Das Tübinger Patientensicherheits- und Simulationszentrum (TüPASS) wurde 1998 gegründet und ist in einer klinischen Umgebung, direkt in der Universitätsklinik Tübingen, integriert.  Jahr für Jahr werden im TüPASS ca. 2.000 Klinikmitarbeiter geschult – eine Mix aus Studenten, Fachkräften und Personal aus dem Gesundheitswesen, sowohl von internen als auch von externen Krankenhäusern.

Das oberste Prinzip des TüPASS ist die Förderung der Patientensicherheit in allen Bereichen des Gesundheitswesens mithilfe von Simulationstrainings. Zudem betreibt das Zentrum ein nationales CIRS (Critical Incident Reporting System) und liefert einen wertvollen Beitrag zur Analyse kritischer medizinischer Notfälle. Es werden Gegenmaßnahmen erforscht, die das Vorkommen solcher Vorfälle vorbeugen und verhindern sollen. Derzeit betreibt das TüPASS das bundesweite Incident Reporting System (PaSOS) der Fachgesellschaft für Anästhesie (DGAI).

Berücksichtigung von Human Factors

In der Erkenntnis, dass die meisten medizinischen Fehler auf menschliches Versagen zurückzuführen sind, ist die Universitätsklinik Tübingen der Ansicht, dass Simulationstrainings die effektivste Möglichkeit ist, sich mit dem Einfluß der Human Factors auseinanderzusetzen und ein gut funktionierendes Crisis Resource Management (CRM) zu etablieren. Ein weiterer Schwerpunkt neben CRM-Trainings bildet die Durchführung von Instruktoren-Trainings für ganz Europa („Train the Trainer“-Kurse). Zu den Kernkompetenzen des TüPASS gehören In-situ-Trainings, die mittlerweile 50% der angebotenen Kurse ausmachen (z. B. für Luftrettungskräfte relevant). Die Szenarios für Kliniken sind sorgfältig auf den Ausbildungsbedarf der einzelnen teilnehmenden Gruppen zugeschnitten, um optimale Lerneffekte zu garantieren.

Das Simulationszentrum mit einer Größe von 400 m² bietet Trainingsbereiche in denen folgende Produkte eingesetzt werden: ein SimMan 3G, zwei SimMan (2G), zwei SimBabys, ein SimNewB, 10 PCs mit MicroSim (für computergestütztes Erlernen klinischer Szenarios), zwei Resusci Anne Skillstations, einen ALS-Simulator sowie zahlreiche Trainings- und Übungsmodelle.

Erfahrungsaustausch
Das TüPASS beteiligt sich aktiv an nationalen und internationalen Netzwerken zur Weiterentwicklung und Förderung der Simulation als wirksame und qualitativ hochwertige Trainingsmethode. In einer geschützten Lernumgebung können sich die Teilnehmer kritischen und komplexen Situationen aussetzen, ihre Kompetenzen für Not- und Zwischenfälle steigern, um  besser für den Klinikalltag gerüstet zu sein.