Das Lucile Packard Children’s Hospital (LPCH) kann seine Wurzeln bis zum 1919 gegründeten Stanford Home for Convalescent Children zurückverfolgen. Heute bieten dort mehr als 650 Ärzte und 4750 Mitarbeiter sowie zahlreiche Freiwillige umfassende Behandlungs- und Dienstleistungen an. Das LPCH ist ein erstklassiges gemeinnütziges Krankenhaus, das sich voll und ganz der Betreuung von Babys, Kindern, Jugendlichen und Schwangeren widmet und ein umfangreiches Netzwerk aus Gemeinschaftseinrichtungen und Besucherdiensten im Umkreis der San Francisco Bay sowie im Großraum des Pazifischen Nordwesten unterhält.

Auf der Suche nach neuen CPR-Trainingsmethoden

Vor zwei Jahren begab sich das Centre for Nursing Excellence am LPCH auf die Suche nach alternativen Trainingsmethoden zum Erlernen von CPR-Maßnahmen für Familienmitglieder von Patienten, die aus dem Krankenhaus entlassen werden, um den Anforderungen der Patienten wie auch des Krankenhauses besser gerecht zu werden. Nachdem man sich das selbstgesteuerte Lernprogramm Family and Friends CPR Anytime der American Heart Association genauer angesehen hatte, wurde eine Studie zur Bemessung der Wirksamkeit eines derartigen Trainings für Patienten mit hohem Risikograd in Auftrag gegeben.

Dazu Lynda Knight, Clinical Life Support and Resuscitation Educator am Klinikum: „Die Beobachtungsstudie war durch die Hoffnung und das Ziel motiviert, dass das Lucile Packard Children’s Hospital einen Präzedenzfall bei der Bereitstellung lebensrettender CPR-Maßnahmen für die Eltern besonders gefährdeter Säuglinge und Kinder schaffen und diese standardisieren würde.“

Die Beurteilung

Den Mitgliedern des Krankenhausdirektoriums wurden Daten zur Bewertung vorgelegt. Nach einer umfassenden Überprüfung kam man zu dem Schluss, dass CPR Anytime dem LPCH beim Angebot eines wirksamen Trainingsprogramms nützlich sein könnte ohne die damit üblich verbundenen logistischen Probleme und Herausforderungen an das Ressourcenmanagement. Darüber hinaus zeigte die Studie, dass die Eltern „das CPR Anytime-Taining sehr gut aufnahmen und nach entsprechender Übung mit dem CPR Anytime Kit sich im Falle einer CPR bei ihren Kindern sicherer fühlten.“

Die Ergebnisse der Studie räumten Bedenken aus, die zuvor unter den Krankenhausmitarbeitern laut geworden waren und führten zur Entscheidung in die Aufnahme- und Entlassungsprotokolle aufzunehmen, dass für ein CPR-Training am LPCH ausschließlich CPR Anytime Kits eingesetzt werden dürfen.
 
Das Training für die Entlassung beginnt bereits bei der Aufnahme: Die Kits werden an die Familienmitglieder der Patienten verteilt, die nach Ansicht des Medizinerteams von einer Erlernung von CPR-Maßnahmen profitieren können, bei Bedarf mit Hilfestellung durch das Pflegepersonal. Die Entscheidung darüber, wer ein kostenfreies Kit erhalten soll, wird vom Arzt oder Pflegepersonal des jeweiligen Patienten getroffen. Bisher wird das Kit nur auf ärztliche Anordnung verteilt. Das Krankenhaus plant außerdem, die CPR Kits im Geschenkeladen des Krankenhauses anzubieten, sodass auch weitere Familienmitgliedern eine Trainingsmöglichkeit geboten werden kann.

Verbesserte Ergebnisse

Aussagen von Familienmitgliedern zufolge sind diese sehr froh darüber, die Kits erhalten zu haben. Das Pflegepersonal in Krankenhäusern muss nunmehr weniger Zeit für die Eltern aufwenden, da es sich bei den Kits um ein selbstgesteuertes Lernprogramm handelt, das den Pflegekräften mehr Zeit für die Ausführung seiner anderen Aufgaben lässt. So ist auch die Zahl der verspäteten Entlassungen zurückgegangen zu denen es kommt, wenn kein Pflegepersonal für die Unterweisung zur Verfügung steht. Die Forschungsergebnisse zeigen außerdem, dass die Eltern nach durchschnittlich sechs Monaten die Kits an andere Familienmitglieder oder Freunde weitergeben und ihnen die entsprechenden CPR-Fähigkeiten vermitteln.

Lynda Knight abschließend: „Ich hoffe, dass weitere Kinderkliniken in die vom LPCH vorgegebenen Fußstapfen treten und ebenfalls diese standardisierte, äußerst innovative und effektive CPR-Trainingsmethode einsetzen.“