Die Frage, ob der Einsatz von Simulation zum Training bestimmter Aufgaben effektiver ist als die bestehenden herkömmlichen Trainingsmethoden, ist längst kein Thema mehr auf vielen internationalen Krankenpflege-Konferenzen. Vielmehr geht es dort heute darum, wie und wo die Simulation in den Lehrplan aufgenommen werden kann, um künftige Generationen von Pflegepersonal besser auf die Herausforderungen ihres Arbeitsplatzes vorzubereiten.

Auf einer unlängst abgehaltenen Konferenz für Pflegekräfte an der britischen Birmingham City University äußerte sich Professor Carolyn Cason, Nursing and Associate Dean for Research an der Arlington School of Nursing, wie folgt: „Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, die Hälfte der Praxisstunden für die Simulation aufzuwenden.“

 

Ein gemeinsames Bestreben

Dieses Ziel steht für das Bestreben vieler weiterer Krankenpflegeschulen. Sie alle wollen die Simulation in unterschiedlichem Umfang in die Ausbildungspläne aufnehmen. Die Schaffung eines solchen Ausbildungsrahmens erfordert aber weitaus mehr als nur das Verständnis, wie ein Patientensimulator funktioniert. Die Arlington School of Nursing hat schon langjährige Erfahrung mit der Simulation. Aus diesem Grund bietet sie wertvolle Einblicke in die Integration von Simulation in den Lehrplänen und zwar in jenen Bereichen, in welchem der Lerneffekt am Größten ist.

Die UTA School of Nursing im Herzen von Dallas ist an das Smart Hospital angeschlossen, eine 1.200 m² große simulierte Krankenhausumgebung, voll ausgerüstet mit hochmodernen Geräten und modernster Ausstattung. In dieser Einrichtung interagieren die auszubildenden Pflegekräfte mit einer Reihe simulierter Patienten und betreuen diese an den verschiedensten Stellen im Krankenhaus: in der Notaufnahme, in der Intensivstation, auf der Geburtsstation, in der Pädiatrie, in der Neugeborenen-Intensivstation, in Betten der Erwachsenenchirurgie sowie in einem großen Reanimations-Übungsraum. Mit dem Einsatz von Simulationstechnologie (einschließlich interaktiver Ganzkörper-Patientensimulatoren wie SimMan und SimBaby, computerisierter, szenariobasierter Programme sowie grundlegender Übungs- und Trainingsmodelle) bietet die Schule die volle Bandbreite an Optionen für alle akademischen Grade: BSN, RN-BSN, MSN, Post-MSN und PhD. Die Universität ist Teil der Universität von Texas und hat sich mittlerweile als umfassende Bildungs- und Forschungsstätte einen Namen gemacht.

 

Das Rad in Bewegung setzen

Die Integration der Simulation in den Lehrplan für Pflegekräfte begann mit einer Vorgabe seitens der Schulleiterin, Elizabeth Poster, PhD, die forderte, dass alle klinischen Kurse zumindest eine Simulationskomponente beinhalten müssen. Zunächst begannen die Fakultätsmitglieder damit, Szenarios zu erstellen, die den Lehrplananforderungen entsprachen und führten diese spontan mit den Patientensimulatoren SimMan und SimBaby aus. Eine enge Zusammenarbeit mit Laerdal führte zu größeren Erfolgen bei der Erschaffung neuer Szenarios und gleichzeitig konnten vorkonfigurierte Szenarios genutzt und den Bedürfnissen entsprechend abgeändert werden.

 

Ein engagiertes Team treibt den Prozess voran

Eine vollständige Integration, damit das Vorhaben zu einem größeren Erfolg werden konnte, erforderte jedoch die Lenkung durch ein engagiertes Team, das "Lehrplan-Anforderungen" mit "Simulations-Know-how" zusammenbringt. Dieses von Professor Casson vorgeschlagene Simulation Resource Team (SRT) besteht aus einem „Simulations-Experten“ (Simulation Coordinator, Mindi Anderson, PhD) und einem „Lehrplan-Experten“ (Mary Lou Bond, PhD). Weiteren Input liefern dabei Professor Casson selbst und Director of the Smart Hospital, Tiffany Holmes, D.C.

Das Team hat das Ziel, den Fakultätsmitgliedern beim Erstellen besserer Szenarios behilflich zu sein und sie bei der Nutzung der „National League for Nursing (NLN) Simulation in Nursing Scenarios“ zu unterstützen und somit ein einheitliches und standardisiertes Training sicherzustellen.

 

Strukturieren der Kurse

Das SRT-Team beginnt momentan mit der Arbeit an der Struktur des Kurses für Pflegekräfte der Erwachsenenchirurgie („Nursing of Adults Medical Surgical Course“). Auch hier ist es wieder das Ziel, durch eine richtige Mischung aus Experten-Know-how unter Einbeziehung des leitenden Dozenten, der Kursfakultät und des Personals des Smart Hospitals, das mit dem SRT-Team zusammenarbeiten soll, Einblicke in den Prozess der Lehrplanintegration zu gewinnen, um so die künftige Richtung und den Umfang für weitere Kurse festzulegen.

Tiffany Holmes sieht in diesen gemeinsamen Anstrengungen “einen riesigen Schritt hin zu einer besseren Nutzung der Simulation und der derzeit eingesetzten Produkte von Laerdal.”

Das UTI ist anerkannt als eine führende Institution im Ausbilden von Experten und hat den Integrationsprozess in vorbildlichem Maße vorangetrieben.