Der Galicische Rettungsdienst ist Teil des lokalen medizinischen Bezirks Galicien. Das im spanischen Santiago de Compostela gelegene Trainingszentrum wurde 2000 eröffnet und hat bisher jährlich 4.500 Klinikmitarbeiter geschult. Davon sind 80 % Rettungskräfte, gefolgt von Ärzten und Pflegekräften in der 24/7-Primärversorgung sowie Spezialisten aus dem Bereich der Familienmedizin.

Der Ausschlag für die Investitionen, mit denen ein Simulationstraining in das Trainingsprogramm des Zentrums aufgenommen werden konnte, war die Erkenntnis, dass diese Methode ein effektiveres und effizienteres medizinisches Training ermöglichen und letztendlich die Qualität der Patientenbetreuung durch die Rettungskräfte verbessern würde. Außerdem würde damit die Patientensicherheit in der gesamten Region Galicien erhöht.

Die Überlebenschance nach einem Herzstillstand im teilweise ländlichen, teilweise dicht bevölkerten Galicien ist im Vergleich zum übrigen ländlichen Spanien und der dichter bevölkerten Innenstadt von Madrid viermal so hoch. In erheblichem Maße ist die relativ hohe Überlebensrate von 14 % auf das unterstützende Simulationstraining zurückzuführen, bei dem jeder einzelne Teil der Überlebenskette in den Mittelpunkt gerückt und geübt wird.

Parameter für die erforderliche Leistung vorgeben

Die galicischen Behörden haben die Simulation jetzt zu einem Pflichtteil des medizinischen Trainings für Rettungskräfte gemacht, um ihre Kompetenz zu steigern. In der Regel umfasst das Training neun Kursstunden, in denen die Teilnehmer acht verschiedene klinische Betreuungsszenarios durchlaufen. Diese wurden ausgearbeitet, um die einschlägigen Lehrpläne zu erfüllen und um sicherzustellen, dass das Personal seltene, aber typische Notfälle als Vorbereitung auf die Realität durchexerzieren kann. Dabei steht sowohl die Leistung des Einzelnen als auch des Teams im Mittelpunkt, und auch Protokolltraining. Vorqualifikationstests und ausgedehnte personalifizierte, von Dozenten abgehaltene Debriefingsitzungen nach jedem Szenario verbessern die Lernergebnisse aus den Szenarios. All dies erklärt die Tatsache, dass das Galicische Simulationszentrum für Rettungskräfte mittlerweile zu einem regionalen Ressourcenzentrum in Spanien geworden ist.

Große Dinge klein verpackt

Die verschiedenen Trainingsprogramme können außerhalb des Zentrums oder in seiner verhältnismäßig bescheidenen, 60 m² großen Einrichtung abgehalten werden. Damit wird deutlich, dass auch auf begrenztem Raum auf findige Weise viel erreicht werden kann. In einem Simulationsraum, einem Kontrollraum und einem Briefing-/Debriefingraum steht derzeit folgende Trainingsausrüstung zur Verfügung: 2 SimMan, 2 SimBaby, 1 AV-System, 7 ALS-Simulatoren und zusätzlich mehrere Trainings- und Übungsmodelle.

Derzeit ist der Bau einer Simulationsambulanz in Planung.