Das Militärmedizinische Zentrum im finnischen Lahti wurde 2006 gegründet. Es bietet Militärpersonal eine Ausbildung mit besonderem Schwerpunkt auf dem Umgang mit typischen Notfällen in Kampfgebieten und bei verschiedensten Katastropheneinsätzen, die eine Ersthilfe erfordern. Darüber hinaus bietet das Zentrum Schulungen für externe zivile Organisationen.

Simulationsübungen

Das Militärmedizinische Zentrum plante eine Erneuerung seiner Schulungsmodelle, da die Dozenten die nachgestellten Kriegsszenarien, die für paramedizinische Übungen ausgearbeitet worden waren, realistischer gestalten wollten. Nach Ansicht des Zentrums würde es ein Simulationsstudio dem Übungsteam ermöglichen, Kampfgebiete, Behandlungsorte und selten vorkommende Notfallsituationen realitätsnäher nachzubilden, als dies mit den bisherigen herkömmlicheren Methoden der Fall war. Deshalb wurde ein umfassendes Simulationslabor mit einem Kontrollraum errichtet, in dem heute sowohl Soldaten als auch Zivilpersonen geschult werden. Durch Einstellung der Beleuchtung, die Erzeugung von Rauch sowie die Nachstellung des Knalls bei Explosionen, können die Soldaten die nachgestellten Kampfeinsätze mit Verletzungen von Schusswunden bis hin zu Splitterverletzungen wesentlich realistischer nachempfinden. Die einzelnen Übungen werden von Funkmikrofonen und drei Kameras aufgezeichnet und auf DVD gespeichert. Diese werden anschließend bei den persönlichen Debriefings, die direkt nach jedem Szenario stattfinden, analysiert.

Leistungsfähigkeit unter Stress

Hauptzweck der Simulation ist eine Schulung des Crisis Ressource Management (CRM). Damit soll die Kommunikationsfähigkeit unter Druck auf eine disziplinierte, produktive Weise innerhalb der Teams verbessert werden. Die Themen der vorab geplanten Szenarios werden den Soldaten unmittelbar vor Beginn bekannt gegeben. Die Übungsteilnehmer wissen jedoch nicht, wie sich das Szenario gestalten wird, da dieses vom Dozenten im Kontrollraum gesteuert wird.

Simulierte Verletzungen von Soldaten

Schussverletzungen, Splitterverletzungen, Explosionsverletzungen, Verletzungen durch Minen, Brände, Druckverletzungen, Verletzungen durch chemische oder biologische Waffen.

Simulierte Situationen bei der Zivilbevölkerung

Simuliert werden zahlreiche Zustände: Hirnverletzungen, Hypothermie, Beeinträchtigungen des Allgemeinzustands, Ertrinken, kardiogener Schock, Krämpfe, Vergiftung, Verletzungen durch radioaktive Stoffe, Brustschmerzen, Herzversagen, Stromschlag usw.

Dazu Jutta Sarakangas, Krankenschwester und Simulationstrainerin: „Die Übenden sind allesamt sehr zufrieden mit dem Simulationsprogramm.“ Derzeit verfügt das Zentrum über folgende Übungsvorrichtungen: 6 SimMan und eine Auswahl an Resusci Anne-Trainingsmodellen mit MiniAnne/CPRAnytime-Kits, die zur Aneignung grundlegender Kenntnisse über lebensrettende Maßnahmen geeignet sind. Auch wenn das Programm im Laufe der Zeit an Umfang gewonnen hat, führt Jutta Sarakangas dazu abschließend aus, „bekommen wir hoffentlich die Gelegenheit, demnächst einige unserer SimMan-Übungsmodelle gegen ein SimMan 3G-Modell auszutauschen.“