Die staatlich finanzierte Universitätsklinik Stavanger in Norwegen ist die viertgrößte Klinik des Landes und versorgt die 300.000 Einwohner der umliegenden Region mit Gesundheitsdienstleistungen besonderer Art, z. B. PCI, und bietet 470.000 Bewohnern die Möglichkeit neurochirurgischer Eingriffe. Jährlich werden rund 65.000 Patienten aufgenommen, mit steigender Tendenz. Das 700 Betten umfassende Krankenhaus beschäftigt derzeit 5500 Mitarbeiter, darunter 1600 Pflegekräfte und 600 Ärzte. Zu den Kernaktivitäten gehören die Patientenbetreuung, Forschung und das Training des Pflegepersonals sowie der Patienten zusammen mit ihren nächsten Familienangehörigen. Bei über 70 % der Einweisungen handelt es sich um Akutfälle.

Zielsetzung, die BLS-Fähigkeiten bei allen zu verbessern

Die Universitätsklinik Stavanger verfügte bereits über CPR-Instruktoren für sein eigenes Pflegepersonal, doch der Verwaltungsrat des Krankenhauses wollte das Training weiter ausbauen und dem gesamten Personal CPR-Trainings anbieten. So wollte man die Qualifikationen aller Krankenhausmitarbeiter anheben und alle unabhängig von ihrem beruflichen Hintergrund in die Lage versetzen, nach einem Herzstillstand die notwendigen CPR-Maßnahmen anzuwenden. Außerdem sollten möglichst viele Familienmitglieder trainiert werden. Da bei einem Gruppentraining mit MiniAnne/CPRAnytime eine Vielzahl von Leuten gemeinsam trainiert werden können und ein CPR-Training in nicht einmal 30 Minuten absolviert ist, berechnete die Universitätsklinik Stavanger, dass dieses Trainingskonzept ein effizientes und preisgünstiges Training ermöglichen würde. Somit machte sich das Krankenhaus daran, mehr als 5000 Mitarbeiter innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten zu trainieren.

Finanzierung

Die Universitätsklinik schenkte jedem Mitarbeiter ein MiniAnne/CPRAnytime Kit, das ein persönliches, aufblasbares Übungsmodell (geeignet zur Mund-zu-Mund-Beatmung und für Brustkompressionen) sowie eine 24-minütige interaktive Anweisungs-DVD umfasst. Dabei arbeitete die Klinik mit dem Resuscitation Council zusammen, um sicherzustellen, dass der Lehrplan den aktuellen Guidelines entspricht.

Projektplanung

Das Vorhaben und Programm wurde in in Form von Postern, Broschüren und dem Intranet bekannt gegeben und beworben. Zusätzlich wurden Informationen zum Herzstillstand (Zahlen, Risikogruppen, Überlebensrate, Vorteile und Lerneffekte des MiniAnne/CPRAnytime Kits für die ganze Famile) verteilt.

Moderiertes Gruppentraining

Ein DVD-Player, ein Verstärker und ein Großbildschirm wurden in einem reservierten Konferenzraum aufgestellt. Neun Arbeitstage wurden für die wiederholt stattfindenden Gruppentrainingssitzungen reserviert, sodass die Teilnehmer sich einen Tag aussuchen konnten. Bei jeder Trainingssitzung waren zwei Moderatoren anwesend, die jeweils 50 Mitarbeiter auf einmal trainierten. Zur Aufzeichnung der Kursteilnehmer und Aushändigung der MiniAnne/CPRAnytime Kits wurde eine aktualisierte Liste der Krankenhausmitarbeiter herangezogen. Die Mitarbeiter wurden gebeten, sich zum freiwilligen CPR-Training anzumelden und diejenigen, die an dem moderierten Gruppentraining nicht teilnehmen konnten oder wollten, hatten die Möglichkeit, mit MiniAnne/CPRAnytime auf der eigenen Station/im Büro oder zu Hause zu trainieren. Die Verantwortung für das Training von Mitarbeitern, die nicht an dem moderierten Gruppentraining teilgenommen hatten, wurde den Leitern der einzelnen Abteilungen übertragen.  

Errungenschaften

Mehr als 5000 Mitarbeiter durchliefen das CPR-Training in dem geplanten Zeitraum von sechs Monaten. Die Teilnehmer gaben an, dass sich ihr Selbstvertrauen bei der Ausführung von lebensrettenden Maßnahmen infolge des Trainings beträchtlich erhöht hatte. CPR-Instruktor Leif Moen meinte, dass allen das gemeinsame Training gefallen hätte, und zwar unabhängig vom beruflichen Hintergrund, ja dass es gerade deshalb sogar noch viel mehr Spaß gemacht hätte. Zur Bewertung, ob das Training mit MiniAnne/CPRAnytime auch vom Lerneffekt her lohnend war, wurde bei rund 60 zufällig ausgewählten Mitarbeitern eine Bewertung ihrer CPR-Fähigkeiten vor und noch einmal sechs Monate nach dem Training vorgenommen. Die zweite Bewertung ergab, dass sich die durchschnittliche Anzahl der korrekt ausgeführten Brustkompressionen nach dem Training verdoppelt hatte.

Geschätzte Trainingskosten

Die Universitätsklinik zahlte nicht einmal 30 EUR pro MiniAnne/CPRAnytime Kit, 11 Mitarbeiter verbrachten insgesamt 370 Arbeitsstunden mit der Organisation und Durchführung der Kampagne  (4 Minuten pro Mitarbeiter), und jeder Mitarbeiter wendete 30 Minuten für das Training auf.