Was wir für die Entwicklung des Simulationstrainings tun, ist hier in Skandinavien ziemlich einzigartig, erklärt Lotta Lyden, Specialized Nurse und Operational Coordinator am Army Medical Service Course Center (FSAN). Im chirurgischen Teil wurde ein neues Konzept entwickelt, das mehr Realität in das praktische Training bringen sollte. – Seit September 2008 halten wir hier ein umfassendes Simulationstraining ab. Dabei können wir Schützengräbenattrappen errichten und Requisiten wie Rauch, Licht, Hitze und Gerüche einsetzen. Die Übungsmodelle sind so angemalt und gestaltet wie Patienten mit echten Verletzungen, erklärt Lyden.

Vorbereitung auf die Simulation

Bevor die Teilnehmer den Simulationsraum betreten, erhalten sie allgemeine Informationen zum Geschehen, aber es werden keine weiteren Details enthüllt. So wissen die Soldaten wenigstens ungefähr, was sie auf der anderen Seite der Tür erwartet. Die Szenarios werden immer von Instruktoren überwacht, die die Leistung der Soldaten genau beobachten und ihnen dabei Unterstützung und Anleitung geben. Wenn die Instruktoren der Meinung sind, dass dies die Lernergebnisse verbessert, stellen sie die Übenden auch vor besondere Herausforderungen.            – Für ein effektives Simulationstraining kommt es auf die Kompetenz, Erfahrung und Fähigkeit des Instruktors an, Szenarios zu entwickeln. Da jedes Simulationsszenario auf die verschiedenen Gruppen und unterschiedlichen Kategorien von Personen zugeschnitten ist, die ein medizinisches Training benötigen, berücksichtigen wir bei Erstellung der Szenarios stets sorgfältig den professionellen Hintergrund der Teilnehmer, ob sie bereits an Operationen im Ausland teilgenommen haben oder vielleicht mit Spezialaufgaben betraut sind, erklärt die Koordinatorin.

Flexibilität

FSAN setzt den ALS-Simulator (Advanced Life Support) sowie das Übungsmodell SimMan für das Training ein. - Es ist toll, dass FSAN hier in Sessvollmoen in Ressourcen für das medizinische Training investiert hat. Jetzt haben wir das richtige Übungsmodell, um das Erlernte zu bewahren und auch andere zu unterweisen, meint Kursteilnehmer und Leutnant Hanne Gjøs, Zugführer des Army Medical Service HMKG. - Wenn man sich auskennt, ist es erstaunlich zu sehen, wie viele verschiedene Möglichkeiten ein Übungsmodell wie dieses anbietet.

Das Übungsmodell reagiert

Der Hauptunterschied zwischen einem Training mit lebenden Personen und einem Übungsmodell besteht darin, dass man am Übungsmodell echte Behandlungsmethoden durchführen kann, beispielsweise Thoraxschläuche einführen oder Dekompressionen und Intubationen vornehmen. Man tastet den Puls des Übungsmodells und beobachtet beim Atmen, wie sich der Brustkorb hebt. Die Instruktoren achten darauf, dass die auf dem Monitor angezeigten Lebenszeichen der von den Übenden angewendeten Behandlung entsprechen. Auf diese Weise können die Übenden den klinischen Zustand des Patienten beurteilen und überprüfen und lernen, auf eine sichere und effiziente Weise zu reagieren, erklärt Lyde.

Vorausblickend

Es ist wichtig, vorausblickend zu handeln. Die jungen Leute von heute nutzen Informations- und Kommunikationstechnologie auf völlig neue und ganz andere Weise als noch vor zehn Jahren. Wir stehen vor der Herausforderung mitzuhalten, damit wir auch künftig zeitgerechte Ausbildungsmethoden anbieten können, so Koordinatorin Lotta Lyden abschließend.