Das Clinical Skills Managed Educational Network (CS MEN) in Schottland hat sich der Herausforderung gestellt, seine Kerngrundsätze der Ausbildung klinischer Fertigkeiten in ganz Schottland zu vermitteln, und zu diesem Zweck einen vollständig ausgestatteten mobilen Simulationsbereich eingerichtet.  

Im Januar 2009 im Rahmen einer zweijährigen Pilotstudie ins Leben gerufen ist diese Mobile Clinical Skills Unit Teil der schottischen Strategie für klinische Fertigkeiten in Schottland und soll auf nationaler wie auch internationaler Ebene beispielhaft für das Ausbildungsangebot im Bereich qualitätsgesicherter klinischer Fertigkeiten werden. 

Überwinden geografischer Distanzen und gute Leistungserbringung trotz begrenzter fachlicher Ressourcen 

Das Problem des garantierten Zugangs zu Trainings stand auf der Wunschliste des CS MEN ganz oben. In Schottland lebt ein Fünftel der Landesbevölkerung in abgelegenen und ländlichen Gebieten. Die Einrichtung einer mobilen Einheit, war die ideale Lösung zur Überwindung größerer geografischer Distanzen und für die Gewährleistung einer guten Versorgung trotz eingeschränkter fachlicher Ressourcen. 

Dr. Jean Ker, Klinische Leiterin des Projekts, erläuterte dies: “Die Herausforderung bestand in der Sicherstellung, dass die Ausbildung der klinischen Fertigkeiten dem Bedarf des Nationalen Gesundheitsdienstes in Schottland gerecht wird. Nach einer Vorprüfung erklärte sich "NHS Education for Scotland" bereit, den Aufbau einer mobilen Simulationseinheit mit dem nötigen Platz, Part-Task-Trainern sowie hochmodernen Mid-Fidelity-Simulationsausrüstungen zu finanzieren. Die Ausbildung wird partnerschaftlich mit Bildungsträgern aus verschiedenen Berufsgruppen in ganz Schottland angeboten.” 

Voll ausgerüstet, um verschiedensten Trainingsansprüchen im Gesundheitswesen gerecht zu werden 

Um den jeweiligen Trainingsbedarf feststellen und erfüllen zu können, befragte das CS MEN Ärzte in abgelegenen und ländlichen Gegenden über die Netzwerke BASICS*, RRHEAL** und SCSN***, um die notwendige Ausrüstung bestimmen zu können. Dazu gehören Patientensimulatoren, SimMan und SimBaby, audiovisuelle Ausrüstung für Debriefings sowie weitere Trainingsprodukte für das Atemwegsmanagement und die Immobilisation von Patienten - wie die Absaugvorrichtung von Laerdal und das BaXstrap Spineboard. 

Wie funktioniert das alles? 

Die Mobile Skills Unit wird ohne Personal gestellt. Bevor irgendwo ein Besuch geplant wird, müssen mindestens zwei Ausbilder aus der jeweiligen Gegend am Scottish Clinical Skills Simulation Centre in Stirling einen zweitägigen Dozentenausbildungskurs absolvieren. Für eine optimale Nutzung der Ausrüstung an Bord können die Ausbilder dann folgende Trainingsmodule anbieten: 

  • Notversorgung von Erwachsenen, Kindern und Wöchnerinnen
  • Allgemeine Fertigkeiten
  • Kommunikationsfähigkeiten
  • Klinische Bewertung
  • Patientenmanagement
  • Gesundheitsförderung
  • Fachgebietesübergreifende Fertigkeiten
  • Praktische Fähigkeiten 

Diese Fertigkeiten können in weitere Module aufgeschlüsselt werden: von Atemwegsmanagement und ALS bishin zur Wiederbelebung und Transport von Neugeborenen, Reanimation von Wöchnerinnen sowie Anaphylaxie. 

Zwischenbewertung bringt hervorragende Prognosen 

Dem in der ersten Jahreshälfte erstellten 6-monatigen Zwischenbericht zufolge war die Einheit 71 % der Zeit ausgelastet. Das bedeutet, dass 663 Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen an mindestens einer Ausbildungssitzung teilgenommen haben. Eine Analyse des professionellen Einsatzes hat ergeben, dass Pflegekräfte und Hebammen zu den vorrangigsten Nutzern gehören, gefolgt von medizinischen Fachkräften, Allgemeinärzten, Rettungs- und Gesundheitsdiensten. Ein Selbstbewertungs-Fragebogen bewertete die Einheit 70 % insgesamt mit “sehr gut”.

Der Erfolg der Einheit ist offenbar voll und ganz von der Organisation am Veranstaltungsort, der Qualität der Trainer, der Freistellung der Mitarbeiter sowie der Beteiligung der zu Trainierenden, abhängig. Die Veranstaltungsorte gaben an, dass die Gesundheitsämter leichter Trainingspersonal für ein vor Ort stattfindendes Training abstellen können, da hierbei keine Reise- und Unterbringungskosten anfallen und der zeitliche Aufwand geringer ist.

* British Association of Immediate Care (Schottland)
** The Remote and Rural Healthcare Educational Alliance
*** Scottish Clinical Skills Network