Der Tasmanische Rettungsdienst (TAS) besteht aus 225 einsatzbereiten Rettungsassistenten, die über die ganze Insel verteilt sind. Das Simulationszentrum in Hobart wurde speziell für Studenten des Rettungswesens mit einem "Associate-Abschluss" von der University of Tasmania (UTAS) ausgelegt. 

Auf staatliche Finanzierung wurde verzichtet, und der tasmanische Verband für Autoversicherungen (MAIB; Motor Accidents Insurance Board) stellte die Mittel für die Infrastruktur aller audiovisuellen Anlagen des Zentrums zur Verfügung. TAS wiederum stellte die Einrichtung bereit, allerdings verfügt das Joint Venture nicht über laufende Geldmittel. Daher wird das entsprechende Personal ebenfalls vom TAS zur Verfügung gestellt. 

Von der Analyse zur Lernerfahrung

Regional Education Coordinator Brett Gibson berichtet, dass das Simulationstraining seit den Anfängen im Jahre 2006 mit großer Begeisterung aufgenommen wurde, insbesondere im Hinblick auf die Vielfalt an Situationen, die durchgespielt werden können. Das Zentrum nutzt verstärkt die kabellosen Funktionen der Trainingsmodelle. So kann ein SimMan 3G in einem Krankenwagen mitgeführt werden, um ganz reale Notfallsituationen zu simulieren. Die Modelle sind überdies mit mobilen Kameras für die sofortige Anzeige im Beobachtungsbereich verbunden. 

Die erforderlichen Kurse beginnen üblicherweise mit theoretischem Unterricht am frühen Morgen oder zu Beginn der Woche, gefolgt von praktischen Übungen, um das Gelernte zu vertiefen. In der Woche, die der beruflichen Weiterentwicklung gewidmet ist, können qualifizierte Mitarbeiter mit in den Dienstplan aufgenommen werden. In dieser Woche geht es mehr um die Praxis und die Lernerfahrung als um eine Benotung.

Neue Lernperspektive

Vor allem möchte das Zentrum ein regelmäßiges Trainingsprogramm für qualifizierte Mitarbeiter einrichten, von denen viele über jahrelange praktische Erfahrungen verfügen, aber kaum „virtuelles“ Training absolviert haben. “Wir trainieren und schulen [das Personal] auf eine völlig andere Weise”, bemerkt Gibson. “Es gibt keine persönlichen Diskussionen mehr zu den Szenarien. Vielmehr muss jeder sein Können unter Beweis stellen. Einige haben daran echten Spaß, andere wiederum empfinden es als Konfrontation.” Da der Schwerpunkt bei diesem Trainingsszenario ein anderer ist, besteht die Herausforderung für die Mitarbeiter darin, ihr Wissen an einem realistischen Trainingsmodell unter Beweis zu stellen, das Reaktionen äußern kann.

Veränderung liegt in der Luft

Für Gibson steht das Simulationszentrum in einem positiven Wandel. Die Studenten konnten sofort von dem Training profitieren. In einem Fall wurde ein Trauma bei einem Unfall auf der Straße simuliert. Am nächsten Tag wurden sie mit genau der gleichen Situation in der Realität konfrontiert. “Sie leisteten dabei hervorragende Arbeit und gewannen aus ihrem eigenen Verhalten und der Anerkennung seitens ihrer Kommilitonen enormes Selbstvertrauen”, meint er. 

Im Norden Tasmaniens wird derzeit ein Simulationszentrum eingerichtet, das hoffentlich noch umfassender wird und einen SimMan 3G sowie die Attrappe eines Flugzeugrumpfs zur realistischen Darstellung im Bereich der Flugrettung einsetzt. Gibson ist überzeugt, dass Simulationstrainings im ganzen Land auf dem Vormarsch sind, und hofft, dass mehr Menschen davon profitieren werden, wenn mehr Kurse für Mitarbeiter angeboten werden. “Größere Ausbildungschancen bieten sich, wenn der Benotungsdruck entfällt und man sich ausschließlich auf die Lernerfahrungen und -ziele konzentrieren kann.”