Bereits in den 1980er Jahren richtete die Universität Girona ein eigenes Budget für das Simulationstraining ein. Derzeit umfasst das Budget durchschnittlich 40.000 €. Mit diversen Forschungsaktivitäten werden jährlich noch einmal 30.000 € eingenommen. Somit stehen dem Simulationsprogramm insgesamt 70.000 € für den laufenden Betrieb sowie für jährliche Investitionen zur Verfügung. Investitionen, in hochmoderne, kostspielige Ausrüstung und erweiterte Trainingseinrichtungen, müssen nach wie vor langfristig geplant werden. An der Universität Girona schreiben sich jedes Jahr 140 Studenten der Krankenpflege ein. Mit angeleiteten Simulationsaktivitäten verbringen die Studenten 10 bis 40 Stunden pro Jahr. 

 

Mitarbeiter
Geleitet wird das Simulationsprogramm von einer Pflegekraft aus der Notversorgung. Die Verwaltungsarbeit übernehmen Büroangestellte aus verschiedenen Abteilungen der Universität.

InstruktorenStudent training CPR skills using Resusci Anne Skills Station
• 1 Pflegekraft aus der Notversorgung
• 6 Pflegekräfte, die alle Simulationen auf Vollzeitbasis abhalten
• 6 Pflegekräfte, die die Notfallsimulationen in Teilzeit abhalten
• 4 Ärzte, die die Notfallsimulationen in Teilzeit abhalten

Bisherige Erfahrungen

Vorteile: Bei einem Simulationstraining müssen die Studenten wesentlich aktiver sein als früher. Da jetzt wesentlich einfacher umfassende Bewertungen vorgenommen werden können, haben die Dozenten jetzt auch eine bessere Kontrolle über die Lernziele. Früher lernten die Studenten durch den praktischen Einsatz an Patienten in der Klinik – heute üben sie anhand von Simulationen, bevor sie sich der klinischen Praxis zuwenden. Wenn die Studenten mehr Selbstvertrauen aufbauen und im Vorfeld alles schon besser verstehen können, macht sich dies in einer besseren Patientenversorgung bemerkbar. Auch wenn die Studenten anfangs noch ein wenig vorsichtig sind, zeigen sie sich schon bald begeistert gegenüber der Simulation, sobald sie sich erst daran gewöhnt haben. Die Studierenden wissen ganz besonders das Feedback zu schätzen, das sie während der Debriefings durch den Kursleiter im Anschluss an jedes Szenario erhalten.

Dr. Dolors Juvinyà Canal weist darauf hin, dass sich die Finanzierung für das Simulationsprogramm leichter sichern lässt, wenn man einen guten Projektplan vorzuweisen hat. Sie hofft jedoch, dass die Universität Girona mit künftigen Zuwendungen noch mehr Stunden für die Simulation einplanen kann und dass Studenten der Krankenpflege mit Medizinstudenten gemeinsam in Teams trainieren werden. 

Herausforderungen: Die Umstellung von einem traditionellen Lehrmodell (Vorführungen im Fertigkeitenlabor) hin zu vollständigen Simulationen stellt für manche Dozenten eine Herausforderung dar. Aus diesem Grund wurde die neue Lehrmethode auch teilweise nur zögerlich angenommen. Man hofft jedoch, dass es eine Motivation für neue Mitarbeiter wird, sich am Simulationsprogramm zu beteiligen, damit die Arbeit von mehr Dozenten geschultert werden kann und die Studenten mehr Stunden mit dem Simulationstraining zubringen können. Für die Instruktoren hat es sich außerdem als schwierig erwiesen, genügend Zeit zu finden, um ihre klinischen Erfahrungen regelmäßig auf den neuesten Stand zu bringen.

 

Albert Bartina i Planells„Wir erlernen Fertigkeiten, Abläufe und die Interaktion mit dem Patienten. Jetzt fühle ich mich gut gerüstet, um als Pflegekraft zu arbeiten. Mehr Simulationstrainings während der Ausbildung wären jedoch von Vorteil. Ich fühle mich jetzt sicherer, brauche aber noch zusätzliche Erfahrungen aus der Klinik, um noch mehr Selbstvertrauen zu erlangen.“

Albert Bartina I Planells, Student an der Universität Girona.

                                                                                                                                                                                             

Die 240 m² große Einrichtung umfasst:

• 2 voll ausgestattete Simulationsbereiche mit angeschlossenen Kontroll- und Debriefing-Räumen
• 7 SkillsLabs, ausgestattet mit Krankenhausbetten, Wagen, Pflegezubehör sowie einer Vielzahl von Trainings- und Übungsmodellen
• 1 separaten Raum für BLS- und ACLS-Training (mit Resusci Anne Skills Station)
• 1 80 m² großen Unterrichtsraum (unterteilbar in 4 kleinere Räume) für Vorlesungen und CPR-Training
• 2 IT-Räume mit Computern für selbstgesteuertes Lernen

                                                                                  

  

   One of the 7 skills labs.