Carol Okupniak, die Leiterin des Zentrums für interdisziplinäre
klinische Simulation und Praxis am Drexel University College
of Nursing and Health Professions, engagiert sich für ihren Beruf:
„Ich liebe meine Arbeit. Als ich angefangen habe, steckte die Technologie noch in den Kinderschuhen. Seitdem hat sich 
in der Gesundheitsversorgung sehr viel verändert. Es erscheint mir ganz folgerichtig, dass ich jetzt an diesem Wandel in der Krankenpflegeausbildung (mithilfe von Simulationstrainings) teilhaben kann.“


Carol Okupniak hat mit Krankenpflegestudenten im neuen
Patienten-Simulationszentrum am CICSP einen Beta-Test des PROMPT Geburtssimulators von Laerdal durchgeführt. In jedem Quartal verbringen die Studierenden nach dem Rotationsprinzip zwei ihrer acht klinischen Tage auf der Wochenstation im Simulationslabor. Die Reaktionen auf den Test des PROMPT Geburtssimulators waren „äußerst positiv“, so Carol Okupniak. „Sowohl die Lehrkräfte
als auch die Studierenden zogen das neue System dem bisher
verwendeten Geburtssimulator vor. Die Fakultät würde PROMPT sehr gern in das Simulationsangebot bei zahlreichen unserer Bachelor- und Master-Programme aufnehmen.“


Mehr Realismus durch Hybridsimulation

Die bereits im Lehrplan integrierten Simulationen – beispielsweise
für normalen Geburten, Stillen und zur Neugeborenenpflege – wurden um den Einsatz des PROMPT Geburtssimulators mit professionellen Schauspielern (als standardisierte Patienten) ergänzt. Vor der Zwischenprüfung verwendeten die Studierenden einen Ganzkörpersimulator für die Simulation einer normalen Geburt. Nach der Zwischenprüfung wurde der PROMPT Geburtssimulator für eine komplizierte Entbindung genutzt: Mit zwei verschiedenen Manövern sollte eine Schulterdystokie behoben werden. Danach musste eine postpartale Blutung behandelt werden. „Man kann nie genau wissen, wie eine Entbindung verläuft, und das konnten die Studierenden hier selbst erleben“, verdeutlichte Carol Okupniak. Die Studierenden verwiesen nach dem Vergleich zwischen dem Training mit Ganzkörpersimulatoren und der Hybridsimulation (mit dem PROMPT Geburtssimulator und standardisierten Patienten). Zahlreiche Vorteile wurden der Hybridsimulation zugesprochen:

- „Die Reaktion von "echten Patienten"vermitteln ein klareres Bild
der zwischenmenschlichen Interaktion.“
- „Die Schauspieler haben für eine realistischere Simulation gesorgt; man musste Abläufe kritischer überdenken.“

- „Die Geburtssimulation verlief natürlicher. Praktische Erfahrung ist immer sinnvoller als trockene Vorlesungstheorie.“ Auch der Lerneffekt der PROMPT Hybridsimulation wurde besonders hervorgehoben:

- „Wir können damit innerhalb weniger Minuten wichtige Erfahrungen sammeln, anders als bei einer richtigen Geburt mit unvorhersehbaren Notsituationen oder dem zeitlichem Ablauf.“
- „Man hat eher die Geburt (echtes Erlebnis) vor Augen, man sieht nicht nur die Simulatoren.“
- „Man ist damit näher am wirklichen Leben – mehr davon wäre schön!“

 

Pläne und Empfehlungen für künftige Schulungen

Carol Okupniak empfiehlt die Kombination des PROMPT
Geburtssimulator mit dem Einsatz eines Fetalmonitors, damit die Studierenden Änderungen bei den Vitalparametern erleben. Zudem betont sie, dass die "standardisierten Patienten" ganz präzise geschult werden müssen.


„Wir haben mit ihnen geübt, Rollenspiele durchgeführt und
sind das Szenario dann mit Lehrkräften durchgegangen“, erklärt
Carol Okupniak. „Als die Schauspieler danach die Videoaufzeichnung
sahen, wurde ihnen klar, dass sie während der Wehen weder sprechen noch lachen sollten. Außerdem haben wir die Fuß- und Beinposition etwas genauer angepasst. Mit der Zeit wird das alles einheitlicher. Es ist gut, immer dieselben standardisierten Patienten zu verwenden, da sich diese durch die Wiederholung des Szenarios verbessern. Das ist das Wesentliche bei der Simulation: Alles entwickelt sich ständig weiter.“


Derzeit werden Pläne entwickelt, den PROMPT Geburtssimulator in
transdisziplinären Ausbildungsprogrammen für Ärzte einzusetzen, die
an der Zugkraftmessung interessiert sind. Darüber hinaus haben die Lehrkräfte für ihre Bachelor-Studenten bereits zusätzliche klinische Tage mit Hybridsimulation im Bereich der Geburtshilfe angefordert.