Lehrkräfte am Gordon E. Inman College of Health Sciences & Nursing
integrieren Simulation in ihre Lehrplänen, damit die Studierenden verschiedenste Lernziele erreichen können. Beth Hallmark,
die Leiterin des Bereichs Simulation erläutert den Ansatz:
„Wir möchten professionelle Simulation fest in unser Programm einbinden. An mindestens einem Szenario in jedem Kurs sollen
praktizierende Ärzte aktiv beteiligt sein.“ Aktuell werden Gespräche mit medizinischen Einrichtungen in Nashville geführt, die Residency-Programme für Ärzte anbieten. Ziel ist es, Partnerschaften aufzubauen und die teilnehmenden Ärzte Simulationen mit
Krankenpflegestudierenden eines zugeordneten Jahrgangs durchführen zu lassen.

Dozenten der Fachbereiche Krankenpflege und
Schauspiel entwickeln gemeinsam einen Kurs, der Studierenden
anderer Hauptfächer Kenntnisse auf den Gebieten Charakterdarstellung und Moulage vermitteln soll. Diese Studierenden sollen bei medizinischen Simulationen als standardisierte Patienten eingesetzt werden und unter Umständen auch an der neuen rechtswissenschaftlichen Fakultät zum Einsatz kommen, die im Herbst 2011 eröffnet wird.


Einige Simulationstrainingssitzungen werden in Sim-Labs
durchgeführt, einige ersetzen klassische Klinikstunden. In den Labs werden die Trainingsmodelle SimMan®, SimBaby™, SimMan® 3G sowie der Vitalzeichen-Simulator® für Schulungen zu verschiedenen Themen eingesetzt. Ein neues Lab für Gesundheitsbewertung und Geburtshilfe bietet acht Untersuchungsbereiche für Bachelor- und Master-Studierende sowie einen speziellen Entbindungsbereich, in dem die Studierenden mit PROMPT Geburtssimulatoren und SimNewB™ arbeiten.


Laut Beth Youngblood, Privatdozentin für Krankenpflege, kam
der PROMPT Geburtssimulator bei den Dozenten sehr gut an: „Es ist toll, das Tempo der Entbindung dem Kenntnisstand und Lernprozess der Studierenden anpassen zu können. Bei Hybridsimulationen ist die
„Patientin“ eine Geburtshilfe-Lehrkraft, die sich mit den
Abläufen und dem Wehenverlauf auskennt. Anders als echte Patienten haben Simulationsmodelle keine Schwierigkeiten damit, wenn man die Betreuung kurz unterbricht, um Studierenden neue Anweisungen zu geben. Durch Simulationstrainings können wir "Beinahe-Fehler" und "tatsächliche Fehler" erkennen, sodass
erhöhte Transparenz während des Trainings gewährleistet werden kann.“

Vielfältige Lernerfahrungen durch Intensivschulungen

An speziellen Samstagen, die der „Supersimulation“ gewidmet
sind, werden mit dem PROMPT interprofessionelle Szenarios zur
Geburtshilfeschulung umgesetzt. Die Studierenden werden dabei mit zahlreichen Situationen konfrontiert, die in der Realität selten auftreten und hohe Risiken bergen ( beispielsweise Nabelschnurvorfall, vorzeitige Wehen, Schulterdystokie und Placenta praevia partialis). Drei Studierende arbeiten mit einer Lehrkraft zusammen, die als Krankenpfleger und klinischer Ausbilder
fungiert. Die Studierenden erhalten eine Kurzbericht zur
Patientin und leiten dann Maßnahmen ein; darauf folgen Berichterstellung, Beurteilung und Debriefing. Die Szenarios unterscheiden sich von Student zu Student; die jeweiligen Erkenntnisse werden untereinander ausgetauscht.


„Simulationen sind sehr beliebt bei den Studierenden“, so das
Fazit von Beth Youngblood. „Keiner von ihnen hat bisher echte
Patienten in den entsprechenden Situationen betreut, und durch die
Simulationsszenarien erfahren sie viel Neues.“


Lernchancen selbst bei „schlechten“ Simulationen

„Ich sage den Lehrkräften immer, dass hochgesteckte Ziele
in Ordnung sind, man aber klein anfangen muss“, fährt
Beth Youngblood fort. „Es gibt keine schlechten Simulationen.
Selbst wenn etwas anders läuft als geplant, gibt es dabei etwas zu
lernen. Es sind stets drei Simulationen im Spiel: die Simulation, die man geplant hat, die Simulation, die man tatsächlich durchführt, und
schließlich die Simulation, die man sich auf dem Weg nach Hause als ideal ausmalt. Es gibt niemals zwei identische Simulationen, und das Debriefing mit den Studierenden ist immer wieder aufs Neue lehrreich.“


Beth Hallmark engagiert sich auch im neu gegründeten Verband
„Tennessee Simulation Alliance“. Der Vorstand dieser Vereinigung arbeitet ihrer Aussage nach zurzeit an der Förderung von
interprofessionellen Schulungen gemäß dem neuen IOM-Bericht (Institute of Medicine) „The Future of Nursing“ zur Zukunft in der Pflege.