Southern Health ist das größte Gesundheitszentrum im australischen Bundesstaat Victoria. An seinen vier Standorten in Melbourne arbeiten über 12.000 klinische Fachkräfte, und es beherbergt eines der größten und modernsten Simulationszentren Australiens.

Das im Jahre 1997 gegründete Southern Health Simulation Centre gehörte zu den ersten seiner Art auf der Südhalbkugel. Ursprünglich wurde das Southern Health Simulation Centre über eine Startfinanzierung der Anästhesieabteilung des Krankenhauses ins Leben gerufen und war ausschließlich für die Fortbildung der klinischen Anästhesiekräfte zuständig.

Nach über einem Jahrzehnt erfolgreicher Arbeit steht das Southern Health Simulation Centre mit seinen innovativen Simulationstrainings heute den unterschiedlichsten Fachkräften im Gesundheitsbereich zur Verfügung. Dazu gehören Medizinstudenten, Auszubildende in der Berufsvorbereitung, Spezialisten verschiedener medizinischer Fachrichtungen sowie Pflegekräfte und anderes Gesundheitspersonal im gesamten Southern Health Klinikum.

 

Senkung des Risikos

Nach Ansicht von Forschungsleiter Dr. Stuart Marshall spielt das Simulationstraining im kontinuierlichen Engagement für ein geringstmögliches klinisches Risiko und eine größtmögliche Patientensicherheit am Southern Health eine wichtige Rolle.

Durch die Bereitstellung möglichst realistischer klinischer Umgebungen wie zum Beispiel OP-Sälen, Notaufnahmen, Fachstationen und Kreißsälen gibt das Southern Health Simulation Centre Studenten und Lehrenden eine willkommene Gelegenheit, ihre Leistungen und Kommunikationsfähigkeiten in unterschiedlichen klinischen Situationen einzuschätzen.

Die in diesen simulierten Sitzungen gewonnenen Erkenntnisse finden Eingang in die Lehrpläne und in den klinischen Alltag und ermöglichen so eine Steigerung der Sicherheit am Arbeitsplatz sowie der Patientensicherheit.

Dr. Marshall berichtet von dem großen Vorteil, der sich bietet, wenn man im Simulationszentrum Arbeitsabläufe entwickeln und dann im gesamten Krankenhaus anwenden kann. „Kürzlich erarbeiteten wir einen sehr erfolgreichen Ablauf unter Einsatz von Telefonkommunikation, der dazu beitragen wird, die Kommunikation in der Krankenhausumgebung besser zu strukturieren. Die Notwendigkeit wurde uns im Simulationszentrum klar, wo wir auch eine erste Strategie entwickelten. Dann übertrugen wir unsere Erkenntnisse auf kleinere Klinikgruppen und führten den Ablauf schließlich im gesamten Krankenhaus ein“, sagt er.

 

Engagierte Studenten

Die eindeutigen Vorteile des Simulationstrainings werden dankbar genutzt von verschiedenen Gruppen von Lernenden, die auf Simulation in ihrer medizinischen Ausbildung nicht mehr verzichten möchten. Laut Dr. Marshall werden alle Studenten und Assistenten am Southern Health von Anfang an mit Simulation geschult.

Tatsächlich ist die heutige Studentenschaft bereits derart an die Technologie und ihre Zielsetzungen gewöhnt, dass sie ihre Nutzung im Curriculum als gegeben voraussetzen: „Die Simulation macht es uns leicht, die Lernenden zu begeistern. Heutzutage erwarten die meisten ganz einfach, den Zugang zu dieser Technologie zu erhalten und nutzen sie mit großem Eifer“, sagt Dr. Marshall.

 

Vertikal integriertes Training

Durch die Einrichtung eines vertikal integrierten Simulationscurriculums hat man am Southern Health einen neuen Standard im australischen Simulationstraining geschaffen. Durch die Integration der Simulation in das gesamte Curriculum wurde das Southern Health Simulation Centre eines der ersten Zentren auf der Südhalbkugel, die eine durchgehende Anwendung des Simulationstrainings einführten.

Es profitieren selbstverständlich nicht nur die Studenten und Patienten von der Simulationstechnologie. Aufgrund der heutzutage immer komplexer werdenden Qualitätsanforderungen in der Gesundheitspflege nutzen Praktiker aller Ausbildungsgrade das Simulationszentrum als wichtige Möglichkeit, klinisch auf dem Laufenden zu bleiben und den Transfer von Fortbildungsinhalten an den Arbeitsplatz zu maximieren.

Am Southern Health werden die Simulationstechnologien nicht einfach als sekundäres Lehrmittel gesehen, sondern engagiert in die täglichen Aktivitäten sämtlicher Mitarbeiter und Studenten eingebettet. So entstehen zahlreiche Kurse, die sich an verschiedene Fachkräfte wie z. B. Medizinstudenten, Assistenzärzte, Ober- und Chefärzte, medizinisches Personal in Notaufnahmen, in der Anästhesie oder im Aufwachraum, Hebammen und Geburtshelfer, internationale Postgraduierte, Rettungsassistenten sowie Anästhesisten in kleineren Praxen richten.