Planungsprozess

Um sich mit den Maßnahmen zur Umsetzung des Simulationstrainings vertraut zu machen und sich Anregungen zur Umsetzung der neuen Trainingsmethoden in Kempten zu holen, besuchten Lehrer der Berufsfachschule für Kempten beispielsweise die London City University in England oder die Careum Universität in Zürich, um von den dortigen Erfahrungen im Simulationstraining zu profitieren. Die Verbindung zu dieser renommierten Einrichtung erwies sich beim Einstieg in das SkillsTraining und auch bei späteren umfassenden Simulationen als außerordentlich hilfreich. Die Vorbereitungen starteten 2008. Bereits ein Jahr später war der Bereich Simulation ein fester Bestandteil des Lehrplans an der Krankenpflegeschule in Kempten.

Legen einer Magensonde


Vorteile der klinischen SkillsLabs

„In der klinischen Praxis besteht die Gefahr, dass den Schülern nicht alle Fertigkeiten vermittelt werden, deren Erlernen obligatorisch ist. Nun können wir sicherstellen, dass sie – alle laut Lehrplan geforderten Fertigkeiten – erlernen“, betont Angelika Kirsten, stellvertretende Schulleitung der Krankenpflegeschule Kempten und Leiterin des Simulationsprojektes. „

Blutdruck- und Pulsmessung

Neben den praktischen Fertigkeiten wird auch eigenverantwortliches Denken und Lernen der Schüler gefördert, damit alle erforderlichen Pflegemaßnahmen künftig in der richtigen Reihenfolge und der notwendigen Qualität erfolgen. Die Patientensicherheit steht mitunter an erster Stelle“.  

Nutzung der klinischen Fertigkeiten auf einem weiteren Level

Sobald die zahlreichen klinischen Fertigkeiten trainiert sind, müssen die Schüler diese auch im Sinne der „bestmöglichen“ Patientenversorung anwenden.  Dazu gehört auch die Bedürfnisse der Patienten zu erkennen, ihren Zustand zu bewerten, und auf die Anforderungen und Bedürfnisse der Patienten sofort einzugehen. Dies ist ein anspruchsvoller Lernprozess und ebenso wichtig, wie das Erlernen von reinen Versorgungsmaßnahmen. Es dauert seine Zeit und erfordert seinen Einsatz, die Interaktion mit dem Patienten zu optimieren und die Kommunikationsfertigkeiten (mit dem Patienten und anderen Teammitgliedern) und all die anderen Prozesse die eine optimale Patientenversorgung gewährleisten, zu beherrschen.   

Ein Debriefing folgt nach jedem durchgeführten Szenario

 

 

 

 

 

Interaktive Simulation

Die Lehrer in der Krankenpflegeschule Kempten erkannten, dass die Interaktion mit Patientensimulatoren den Schülern die Möglichkeit bietet, sich ein vollständiges Bild von ihrer Arbeit zu verschaffen. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung, um die Bedürfnisse eines Patienten einzuschätzen und genau zu verstehen, daraus die erforderlichen Vorkehrungen abzuleiten und schließlich die geeigneten Maßnahmen für eine sichere Patientenbetreuung zu ergreifen.

Bisherige Erfahrungen nach 18 Monaten

Angelika Kirsten, Stellvertretende Schulleitung und Lehrerin für Pflegeberufe hat zahlreiche gute Erfahrungen mit dem Simulationstraining in der Krankenpflegeausbildung gemacht. Hier sind einige davon:

Legen eines Blasenkatheters

„Simulationstraining gilt bei den Lehrkräften als starker Motivationsfaktor“.

„Da die Schüler nun darin geschult werden, den Hintergrund ihrer Pflegemaßnahmen zu erklären, sind sie über ihre Handlungen genauer im Bilde, was es wiederum vereinfacht, erworbene Fertigkeiten und Kompetenzen in der klinischen Praxis umzusetzen.“

„Eine neue Generation von Schülern ist entstanden. Sie stellen mittlerweile mehr Fragen zu ihren Aufgaben und unterziehen ihre Tätigkeit in der klinischen Praxis zunehmend einer kritischen Bewertung.“

Die 135 Quadratmeter Trainingseinrichtung umfasst u.a.:

  • 1 Raum für interaktives Simulationstraining
  • 2 klinische SkillsLabs
  • 1 Apartment für die häusliche Pflege