Firmengeschichte

Laerdal Medical AS begann 1940 als kleine Verlagsbuchhandlung, die spezialisiert war auf Grußkarten und Kinderbücher. Das Unternehmen expandierte bald mit der Herstellung von Holzspielzeug. In den frühen 50er Jahren unternahm Laerdal erste Versuche mit weichem Plastik und stellte Millionen realistischer Spielzeugpuppen und  „möbelfreundliche“ Spielzeugautos her. Das „Know-how“ aus der Produktion von Spielzeugen öffnete neue Türen zur Fertigung von realistischen Wund-Simulationen. Erste Hilfe und Notfallmedizin mit Training als Schwerpunkt wurde unser Hauptbetätigungsfeld. Die Veränderung unseres geschäftlichen Zielbereichs  wurde symbolisiert durch ein Mädchen, das Ende der 1890er Jahre starb.

 

Das Mädchen aus der Seine

Um die Wende des 19. Jahrhunderts wurde der Körper eines jungen Mädchens in Paris aus der Seine gezogen. Es gab keine Anzeichen von Gewalt und es wurde angenommen, dass sie sich das Leben genommen hatte. Weil ihre Identität nicht festgestellt werden konnte, wurde eine Totenmaske angefertigt; dies war in solchen Fällen üblich. Die zarte Schönheit des Mädchens und ihr liebliches Lächeln bargen ein weiteres Geheimnis um ihren Tod.

 

Romantische Geschichten mit Spekulationen über all diese Rätsel wurden verbreitet. Einer zufolge war ihr Tod die Konsequenz aus einer unglücklichen Romanze. Diese Geschichte wurde in ganz Europa bekannt, genau so wie die Reproduktion ihrer Totenmaske.

 

Von der Maske einer Tragödie zum Kuss des Lebens

Generationen später wurde das Mädchen aus der Seine wieder zum Leben erweckt, als Asmund S. Laerdal mit der Entwicklung einer realistischen und wirkungsvollen Trainingshilfe zur Ausbildung in Mund-zu-Mund-Beatmung begann.

 

Bewegt durch die Geschichte des Mädchens, das auf so tragische Weise einen frühen Tod fand, übernahm er ihre Maske für das Gesicht seines neuen Wiederbelebungs-Trainingsmodells, Resusci Anne. Er war davon überzeugt, dass die Studenten das Erlernen der lebensrettenden Prozesse mit mehr Motivation  angehen würden, wenn solche Trainingspuppen lebensecht und lebensgroß wären.

 

Der barmherzige Samariter

Mit der Einführung des Resusci Anne Trainingsmodells  setzte sich das Unternehmen zum Ziel, die Grundlagen der Wiederbelebung und Notfallversorgung voranzubringen. Die Spielzeugproduktion verlor an Bedeutung  und  ein neues Logo wurde erforderlich, das unsere Mission deutlich machen sollte.

 

Wir haben uns für ein sehr altes Bild als Emblem entschlossen – das des barmherzigen Samariters. Es erzählt die Geschichte des Reisenden, dessen Hilfe und selbstloses Mitgefühl das Leben eines ihm völlig Fremden rettete. Sein Verhalten, sein Einfühlungsvermögen und sein Handeln  dienen uns als Inspiration bei allem, was wir machen und entwickeln.

 

Entwicklungszeiträume

In den 60er Jahren begann man,  die vorklinische Notfallmedizin als  Erweiterung der Klinikbehandlungen zu sehen. Um den praktischen Nutzen dieser Ideen zu vergrößern  entwickelte Laerdal Medical leicht zu transportierende Ausrüstungen für Beatmung und Kontrolle der Atemwege und begann damit,  Ausrüstung zusammen mit dazugehörigen Trainingsmaterialien anzubieten.

 

1980 wurde die Laerdal Foundation for Acute Medicine gegründet. Im Laufe der Jahre  hat sie einen wesentlichen  Beitrag geleistet  zu Entwicklungen, Ausbildung und öffentlichen Projekten.

 

In den 80er Jahren trug die Defibrillation entscheidend dazu bei, die Überlebensrate bei Herzstillständen vor Einlieferung in die Klinik zu erhöhen. Dies gab den Anstoß für die Entwicklung von  Heartstart, unserem  halbautomatischen Defibrillator,  mit dessen Hilfe es möglich ist, dass das Personal im Rettungswesen ohne langes medizinisches Training diese lebensrettende Behandlung durchführen darf.

 

In den 90er Jahren  zeigten wir mit unseren  Stifneck-Kragen neue Wege um unnötige  Verletzungen und Invalidität durch Beschädigung der Wirbelsäule zu verhindern.

 

Im Januar 2000 erweiterte Laerdal seine Zusammenarbeit mit der in Texas stationierten Medical Plastics Laboratories Inc. (MPL), durch Übernahme  dieses  innovativen  und hochinteressanten Unternehmens.

 

Das Unternehmen heißt jetzt Laerdal Texas und deren „Flagschiff“ ist  der dort immer noch produzierte SimMan. Durch den Ankauf von MPL haben sich uns neue Vertriebs- und Distributionskanäle  geöffnet und die enge Kooperation mit der Laerdal-Organisation  in New York hat die bereits feste Position des Unternehmens auf dem US Mark noch verstärkt.

 

Laerdal entwickelt ständig weiter und ist in der Lage, den Markt mit innovativen Produktentwicklungen zu steuern. 2002, als man sich nach interaktiven medizinischen Trainingsprodukten umsah, begann Laerdal seine Zusammenarbeit mit der in Dänemark ansässigen Sophus Medical.  Bis 2003  wurde diese Firma komplett übernommen und nennt sich heute Laerdal Sophus. Das Unternehmen ist führend auf dem Gebiet des Micro-Simulations-Trainings und ausgedehnte Produkteinführungen, die die Ausbildungsprogramme in Micro-Simulation für Prehospital-, Inhospital- und Militär-Segmente beinhalten,  fanden in der ersten Hälfte 2004 statt.

 

Als natürliche Erweiterung der Micro-Simulation und um den Produktbereich zu vervollständigen,  ging das Interesse von Laerdal Medical nun in Richtung virtueller Realität.  Im Laufe des Jahres 2004 übernahm Laerdal  Personal und geistiges Eigentum von SimQuest. Diese Gruppe nennt sich heute Laerdal DC und nimmt eine Spitzenposition ein auf dem Gebiet der wirklichkeitsnahen Produkte. Das erste Produkt – IV-Arm – wurde im Sommer 2004 vorgestellt.

 

Um das Therapie-Portfolio und die Position des Unternehmens innerhalb dieser Produktgruppe zu stärken, wurde STI im Juni 2003 gekauft. Dieser Kauf führte zu einer kompletteren Therapie Linie, womit man nun in der Lage ist,  Lösungen zur Tubusfixierung und ein erweitertes Segment an Immobilisationsmöglichkeiten für die Wirbelsäule anzubieten. Im März 2004 feierte Laerdal die offizielle Eröffnung eines neuen Werkes in China. Das neue Werk wird dazu beitragen,  das Unternehmen besser auf die Zukunft vorzubereiten, indem nicht nur ein leistungsstarkes, hochmodernes Werk  in Fernost  vorhanden ist, sondern man auch Zugang zum rapide wachsenden chinesischen Markt schafft.

 

Vielfalt ist unsere Stärke

Heute widmet sich Laerdal Medical der Herausforderng, Leben retten zu helfen mit Produkten für HLW-Training, Atemwegsmanagement,  Training in erweiterten Basismaßnahmen, Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule, Trauma-Training, Monitoring, Defibrillation, Patientensimulation zur Anwendung von Basis-, mittleren und weit fortgeschrittenen Trainingskenntnissen, kombiniert mit Micro-Simulation und virtueller Realität.