Bewährte Vorgehensweisen, um auf allen Ebenen Akzeptanz zu schaffen
1. Simulation als Instrument zur Neugestaltung von Systemen positionieren
Statt Simulation als Trainingsmethode zu präsentieren, sollten Sie sie als Instrument für das Lernen und die Weiterentwicklung von Systemen und Teams positionieren. Verwenden Sie Formulierungen, die für Führungskräfte relevant sind:
- „Diagnoseinstrument zum Aufdecken verborgener Sicherheitsrisiken“
- „Schnelle Testzyklen zur Bewertung von Veränderungen vor der Einführung“
- „Beschleuniger für die Umsetzung von Protokollen“
"Simulation kann zu einem Testfeld werden. Sie kann zu einem Ort werden, an dem diejenigen, die die Arbeit tatsächlich ausführen, Abläufe erproben und Ideen einbringen können, wie sie verbessert werden können."1
Dr. Victoria Brazil,
Direktorin, Bond Translational Simulation Collaborative; Professorin für Notfallmedizin und Direktorin für Simulation, Bond University
2. Simulation mit den Prioritäten der Organisation verknüpfen
Richten Sie Simulationsaktivitäten an den Themen aus, die für die Führungsebene bereits Priorität haben:
Priorität des Krankenhauses
|
Beitrag der Simulation
|
| Verbesserung der Sepsisversorgung |
Frühwarnprozesse testen und optimieren |
| Sicherheit in der Geburtshilfe |
Verzögerungen bei der Versorgung von Blutungen erkennen |
| Schlaganfall-Kennzahlen |
Door-to-Needle-Zeit durch Teamtraining verbessern |
| Vorbereitung auf neue Räumlichkeiten |
Simulation vor Inbetriebnahme, um Schwachstellen aufzudecken |
"Wir haben unseren Fokus darauf verlagert, zu untersuchen, wie Prozesse im Gesundheitssystem funktionieren, und anschließend neue und bessere Ansätze zu testen."2
Dr. Victoria Brazil
Wenn Simulation direkt zu bestehenden Zielen beiträgt, wird sie unverzichtbar statt optional.
3. Klein anfangen und reale Probleme lösen
Frühe Erfolge schaffen Vertrauen. Beginnen Sie mit einem bekannten Problem, beispielsweise Kommunikationsproblemen bei Reanimationen, und nutzen Sie eine kurze Simulation, um Schwachstellen zu identifizieren.
Zeigen Sie anschließend konkrete Ergebnisse: schnellere Medikamentengabe, klarere Rollen oder sicherere räumliche Abläufe.
Beispiel: Eine 15-minütige Simulation einer geburtshilflichen Blutung zeigte, dass Medikamente in verschiedenen Räumen gelagert wurden. Nach der Änderung verkürzte sich die Reaktionszeit um 45 %.
Ergebnis: Die Mitarbeitenden wollten weitere Simulationen durchführen. Die Führungskräfte erkannten den Mehrwert.
4. Mitarbeitende in das Warum einbeziehen, nicht nur in das Was
Menschen unterstützen, was sie selbst mitgestaltet haben. Beziehen Sie Pflegekräfte, Ärzte, technische Mitarbeitende und Assistenzärzte in die gemeinsame Entwicklung von Simulationsszenarien, die Identifizierung von Systemschwachstellen und die Entwicklung von Lösungen ein.
"Anstatt Simulationsprogramme zu entwickeln und darauf zu hoffen, dass medizinische Fachkräfte teilnehmen, setzt translationale Simulation bei realen klinischen Problemen und Zielen an, die gemeinsam mit den Kollegen entwickelt werden, für die das Programm bestimmt ist."3
Center for Medical Simulation, Boston, MA
Konzentrieren Sie sich beim Debriefing darauf, was die Versorgung unterstützt oder behindert hat, und nicht auf individuelle Fehler. Stellen Sie systemorientierte Fragen:
- „Welche Hilfsmittel oder Prozesse haben Sie unterstützt?“
- „Wo hat das System es Ihnen erschwert, erfolgreich zu sein?“
5. Erfolgsgeschichten und Kennzahlen teilen
Warten Sie nicht auf eine Veröffentlichung. Teilen Sie kurze, aussagekräftige Ergebnisse mit der Führungsebene:
- „Nach einer Simulation unseres neuen Schlaganfallprotokolls konnten wir die Door-to-CT-Zeit um vier Minuten verkürzen.“
- „Die Simulation deckte ein Problem bei der Raumgestaltung auf, das wir vor der Inbetriebnahme beheben konnten. Dadurch haben wir 20.000 US-Dollar an nachträglichen Änderungskosten eingespart.“
- „Unsere Reaktionszeit bei postpartalen Blutungen verbesserte sich nach einem Zyklus von drei Simulationen um 30 %.“
Veröffentlichen Sie Ergebnisse in Dashboards, im Intranet oder bei Mitarbeiterversammlungen. Machen Sie Verbesserungen sichtbar und schaffen Sie so weitere Unterstützung.
6. Simulationsverantwortliche strategisch positionieren
Binden Sie Simulationsverantwortliche in Gremien für Qualitätsverbesserung, Patientensicherheit und klinische Abläufe ein. So wird Simulation nicht als ergänzende Bildungsmaßnahme wahrgenommen, sondern als zentrales Instrument für organisationales Lernen.
7. Daten nutzen, aber Emotionen nicht vergessen
Kennzahlen sind wichtig, doch Geschichten bleiben im Gedächtnis. Die Aussage eines Mitarbeiters nach einer Simulation wie „Das war das erste Mal, dass ich mich bei einer Reanimation sicher genug gefühlt habe, meine Bedenken zu äußern“ kann genauso wirkungsvoll sein wie eine Grafik.
Führungskräfte reagieren sowohl auf Fakten als auch auf persönliche Erfahrungen.